Trainingsreihe: Einlaufverhalten in die Box (Teil 3)

In den vergangenen Wochen haben wir euch einen alternativen Ansatz zum Einlaufverhalten in die Box präsentiert. Der Unterschied zum allgemein bekannten Ansatz, bei dem die Stürmer immer den kurzen Pfosten und Rückraum besetzten, sollte nun klar sein.
In vielen Spielphilosophien oder auch Spielprinzipien ist aber oftmals verankert, dass entweder drei oder sogar mehr (“so viele wie möglich”) Spieler in die Box einlaufen sollen. Was also tun, wenn mehr als zwei offensive Spieler einlaufen und durch die ersten beiden Spieler der lange Raum am Pfosten, sowie der Rückraum schon besetzt sind?
Im heutigen Beitrag präsentieren wir euch, die weitere theoretische Ausführung zum effektiven Einlaufverhalten bei drei Spielern.

Beachten die Spieler die Prinzipien “In den Rücken des Gegners kommen” und “TTT-Timing-Tempo-Torerfolg” und wissen zudem, die von euch Trainern vorgegeben Räume im Rückraum und am langen Pfosten zu besetzen, dann habt ihr eure Arbeit gut gemacht und die ersten Abläufe sitzen. Sobald ein dritter Stürmer (oder offensive Mittfeldspieler) mit in die Box einläuft, stellt sich die Frage: Welchen Raum soll dieser Spieler nun noch besetzten?

Danke an easy2coach für die Bereitstellung der Grafiksoftware!

Wie in der Grafik zu sehen, gibt es für den dritten Spieler nur eine logische Lösung. Dadurch dass der lange Pfosten, sowie der Rückraum besetzt sind, sollte dieser Spieler in Richtung kurzer Pfosten laufen. Dabei ist aber wichtig, dass er nur in Richtung des kurzen Pfostens einläuft, wenn absolut sicher ist, dass er es vom Timing her in den Raum schafft bevor der Ball vom Flügelspieler reingeschlagen wird. Zusätzlich gelten für ihn folgende Prinzipien:

  • “In den Rücken des Gegners kommen”: Für diesen Spieler schwer umzusetzen, da der Laufweg oft vor dem Verteidiger entlang zum ersten Pfosten geht – trotzdem falls möglich sich hinter dem Verteidiger, der den Blick zum Ball hat, orientieren
  • TTT – “Tempo”: Das Einlauftempo ist für die Besetzung des kurzen Pfostens von großer Bedeutung, um möglichst aktiv Gegner mitzuziehen (Raum für andere Spieler öffnen)
  • Orientierung am Pfosten: Nicht deutlich weiter als der kurze Pfosten einlaufen (“nicht am Tor vorbei laufen”), um einen guten Abschlusswinkel fürs Tor zu behalten. Läuft ein Stürmer zu weit, is der Winkel zu spitz um erfolgreich abzuschließen
  • Orientierung eher in Richtung 5 Meter- Eck für die Tiefenstaffelung: Der Spieler am kurzen Pfosten und der Spieler am langen Pfosten sollten nicht auf einer Höhe stehen um sich keine Optionen wegzunehmen. Der Spieler am kurzen Pfosten orientiert sich deshalb mittig zwischen 5er-Eck und Pfosten. Der Spieler am langen Pfosten orientiert sich in Richtung Pfosten.
    Dadurch sind alle Ebenen besetzt!
  • Auf Kommandos hören: Bei 90° Bällen ist der Rückraumspieler oft besser postiert. Aktiv auf Kommandos von hinten hören, wenn der Ball durchgelassen werden soll
  • Abschluss mit dem ballnahen Fuß: Erschwert es dem Gegner den Schuss zu blocken und hat automatisch zu Folge das der Körper zwischen Gegner und Ball bleibt

So viel an dieser Stelle zur Theorie beim Einlaufen mit drei Stürmern. Im nächsten Beitrag erwartet euch eine weiterführende Trainingsform für das Einlaufverhalten von drei Stürmern in Anlehnung auf die bisherigen Trainingsformen dieser Reihe. Bis dahin – bleibt am Ball.